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Film-Besprechungen aus Japan und dem asiatischen Raum im Allgemeinen . . .

SUKEBAN DEKA 2: COUNTER-ATTACK OF THE KAZAMA SISTERS (Japan, 1988)


SUKEBAN DEKA: KAZAMA SAN-SHIMAI NO GYAKUSHU

Regie: Hideo Tanaka
Darsteller: Yui Asaka, Yuma Nakamura, Yuka Onishi, Kosuke Toyohara, Hiroyuki Nagato, Minako Fujishiro


Der zweite Kinofilm schließt die Tür hinter der dritten (und letzten Staffel) der TV-Serie. Im "Sukeban Deka"-Universum sollte man sich grundlegend auskennen, oder zumindest vertraut gemacht haben, was einen erwartet. Wer ohne Vorkenntnisse in den Film stolpert, oder nur Box-Office-Charts guckt, wird mit "Counter-Attack of the Kazama Sisters" nicht glücklich. Das fängt bei der absurden Grundidee an (Teenager Special-Task-Force mit Yo-Yos) und hört beim niedrigen Budget nicht auf. Obendrein möchte der Film auch noch ernst genommen werden.

Diesmal trägt Asaka Yui den Codenamen "Asamiya Saki", und infiltriert im Namen der Gerechtigkeit Schulen, Discotheken, und wo sonst sich unartige Teenager mit Weltherrschafts-Ambitionen herumtreiben. Kurz darauf knallt sie aber schon ihr Dienst-Abzeichen (eine goldene Kirschblüten-Gravur) auf den Tisch, da sie mit den gewalttätigen Methoden der neu gegründeten "Sukeban Deka"-HQ-Zweigstelle nicht klar kommt (selbst Drogen-vertickende Teenies verdienen einen fairen Prozess). Zudem werden in eigenen Reihen finstere Machenschaften geschmiedet. Höchste Zeit für Yui Kazama und ihre Schwestern Yuka und Yuma den fiesen Schergen der kriminellen "Sukeban Deka"-Instanz den Kampf anzusagen. Aber die Bösen haben nachgerüstet: Ein weiterentwickelter Yo-Yo-Prototyp mit ausfahrbaren Dreifach-Klingen ist neuer Standard in der juvenilen Verbrechensbekämpfung.

Der Rest läuft bewährt schematisch ab: Alberne Stunts, kultige Yo-Yo-Duelle und kitschige Teenie-Dialoge hart am offtopic; wenn es mit dem Tonfall nicht passt, weicht man auf mimisches Overacting aus. Viele der Hand-to-Hand-Prügeleien wirken arg gestellt, da nicht mit ausgebildeten Martial-Arts-Experten gearbeitet wurde, sondern ausschließlich mit J-Pop-Stars, die aber trotzdem alles alleine machen wollen. Und solch "ehrliche" Action-Bemühungen sind mir lieber, als hektisch geschnittener Bilder-Wirrwarr. Außerdem liegt in den handgemachten Pseudo-Judo-Kloppereien ein nicht unbeträchtlicher Teil des trashigen Charmes von "Sukeban Deka" verborgen.

"Counter-Attack of the Kazama Sisters" wirkt eigenständiger als das erste Kino-Abenteuer, ein Film aus einem Guß. Einsteigen fällt leichter, da man nicht alle Minuten mit Insider-Gags überfordert, oder Serien-internen Cameos bombardiert wird.

Ähnlich wie bei "Sukeban Deka: The Movie" mußte ich mich gedulden, bevor das Story-Vehikel seichte Gewässer verließ und Fahrt aufnahm. Die durchweg sympathischen Darsteller lassen die ruhigen Story-Sequenzen vergnüglich gedeihen, einen "soapigen" Erzählstil vorausgesetzt. An die burschikose Yui Asaka mußte ich mich gewöhnen, bevor es "klickte" und sie mindestens genauso niedlichen Charme wie ihre Vorgängerin Yoko Minamino versprühte. Toughes Gehabe in Kampf-Sequenzen bringt Asaka-san wesentlich glaubwürdiger rüber, und ihr selbst gesungenes Titellied braucht sich bezüglich Ohrwurm-Faktor vor Yokos anhaftender Trommelfell-Attacke nicht verstecken

Der Showdown glänzt mit einem CGI-freien, aufwendig inszenierten Action-Overkill in TV-Athmosphäre. Ein ganzes Dorf gilt es zu verteidigen, und schwer gepanzerte Artillerie auszuschalten. Mit dem Yo-Yo, versteht sich. Und dem metallenen Origami-Dart-Kranich. Und ein paar Stricknadeln. Überraschende Härten sind vorhanden, wenn Teenager-Comparsen einfach mal so nebenbei von Panzern überrollt werden, und ein gezielter Treffer mit dem Yo-Yo ist sowieso tödlich: Japan präsentiert sich hier weitaus weniger zimperlich, als es ein ähnliches Projekt aus Hollywood annähernd wagen würde. Und das ist auch gut so.

Auch wenn manche Storytwists im zweiten Teil arg bemüht wirken, bleibt "Counter-Attack of the Kazama Sisters" eine durchweg unterhaltsame Achterbahn mit Retro-Charme. Viel zu schade um sich nur darüber lustig zu machen.

© diceman

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